So bringen Sie Ihr Gegenüber runter von der Palme: Wie Sie persönliche Angriffe in echten Kontakt und ehrliche Aussprache verwandeln

Auf Sie ist überhaupt kein Verlass, da mache ich es doch lieber selbst!“, „Können Sie auch was anderes, als nur nörgeln?“, „Ihnen kann man es ja auch nie Recht machen!“, „Das ist ja total unprofessionell, wie Sie das machen!“

 

Persönliche Angriffe treffen oftmals genau ins Schwarze. Besonders angreifbar sind Führungskräfte und Menschen in exponierten Situationen. Von ihnen wird erwartet, dass sie ihre Mitarbeiter durch schwierige Situationen führen, unvorhergesehene Probleme  schnell und souverän lösen. Tun Sie das nicht besteht die Gefahr, zur Projektionsfläche des Ärgers anderer zu werden.

 

Die gute Nachricht ist: Persönlichen Angriffen empathisch begegnen, will und kann erlernt werden.

Voraussetzung für das Erlernen des empathischen Miteinanders ist ein Bewusstsein für trennende Kommunikationsstrukturen. Dieses Bewusstsein unterstützt Sie dabei, die verbalen Angriffe gegen die eigene Person, als Ausdruck der Gefühle und unerfüllten Bedürfnisse des Angreifers zu hören.

Hören wir dagegen „nur“ den Angriff heraus, besteht die Gefahr, dass dies Ärger, Wut und Aggressionen in uns selbst auslöst. Das geht oftmals so schnell, dass wir uns in diesem Moment nicht darüber bewusst sind. Ich lasse abends solche Ärgersituationen vor meinem geistigen Auge Revue passieren und frage mich, wie ich so schnell so ärgerlich werden konnte. Was genau hat mich auf die Palme gebracht?

Ärger, Wut und Aggressionen sind Gefühle, die wir spüren können, wie andere Gefühle auch. In der Gewaltfreien Kommunikation sprechen wir dabei von Sekundärgefühlen. Sekundär deshalb, weil sie erst entstehen, wenn wir sie mit unseren Gedanken, Bewertungen und Interpretationen vermischen.

Sagt mir jemand: „Können Sie auch nur etwas anderes als nur nörgeln?!“ ist meine erste spontane Reaktion darauf: „Der hat sie ja nicht mehr alle. Ich sage hier nur, was mir auffällt. Und der sagt, ich nörgele immer nur herum. Der soll sich selbst mal hören. Meckert die ganze Zeit vor sich hin und trägt nichts zum Thema bei. ...“ Mein Ärger steigt spürbar an. Ich spüre das jetzt sogar beim Schreiben. Ach, da könnte ich mich aber aufregen und zack, bin ich schon wieder in meinem Ärger drin. Um da wieder heraus zu kommen, ist es hilfreich zu schauen, welches Primärgefühl darunter liegt. In meinem Fall ist es Ratlosigkeit und Verwirrung. Über das Gefühl komme ich mit meinem unerfüllten Bedürfnis in Kontakt und kann den Ärger bei mir schneller wandeln.

Für einen verbindenden konstruktiven Austausch sind Ärger, Wut und Aggression wenig zuträglich. Den Ärger als Warnsignal zu erkennen, ist dagegen hilfreich. Ich kann im Stillen für mich den Auslöser als solchen erkennen. Diese Erkenntnis nutze ich, um den eigenen Ärger zu verwandeln. Und auch, um den Ärger der anderen Person zu sehen. Denn eine solche Aussage ist mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit an Ärger gekoppelt.

Hilfreicher als im eigenen Ärger zu verharren, ist es für eine empathische Verbindung, die Gefühle und unerfüllten Bedürfnisse der anderen Person zu vermuten. Geht es ihr um Ruhe und Entwicklung? Oder will sie mit ihren Anteilen gesehen werden, die sie in diese Sache eingebracht hat?


Im folgenden finden Sie drei Tipps, durch die Sie persönliche Angriffe in echten und konstruktiven Austausch verwandeln können.

Nehmen Sie solche Angriffe nicht persönlich. Sie lösen vielleicht den Ärger Ihres Gesprächspartners aus. Gleichzeitig sind Sie nicht der Verursacher des Ärgers. Die Ursache dafür liegt irgendwo in dessen Vergangenheit.

Vermuten Sie die dahinter liegenden Gefühle und Bedürfnisse. Die Gefühle und Bedürfnisse sind der Schlüssel zur Verbindung mit der anderen Person und ihrem Ärger.

Vermeiden Sie Rechtfertigungen über Entscheidungen die Sie getroffen haben oder über Methoden, die Sie verwenden. Vermuten Sie statt dessen auch hier die Gefühle und unerfüllten Bedürfnisse Ihrer Gesprächspartner.


Sammeln Sie persönliche Angriffe. Schreiben Sie sich diese auf. Vor allem die, die Ihnen immer wieder über den Weg laufen. Suchen Sie sich einen Übungspartner, dem sie vertrauen und sich öffnen können. Üben Sie satzweise die Verwandlung im geschützten Rahmen.


Laden Sie sich zur Unterstützung hier Ihre kostenlose Gefühls- und Bedürfnisliste herunter.

 

Das waren drei Tipps, wie Sie trotz aufkommendem Ärger in wertschätzender und empathischer Verbindung mit Ihren Mitarbeitern, Kollegen und Kunden bleiben können. Schreiben Sie mir einen Satz, der bei Ihnen Ärger auslöst und ich unterstütze Sie bei der Verwandlung. Haben Sie Ideen, Anregungen und Bemerkungen dazu, wie Sie mit Ärger umgehen? Schreiben Sie es mir und meinen Lesern in einem Kommentar.

Bildquelle: www.pixabay.com und Birgit Schulze


Birgit Schulze - Die Wirtschaftsmediatorin

Mit viel Leidenschaft und noch viel mehr Expertenwissen entwickele ich fließende Kommunikation für junge, schnell wachsende Unternehmen. Durch individuelle Konzepte gestalte ich gemeinsam mit Ihnen Ihre unternehmenseigene Streitkultur.

 

Meine langjährige Erfahrung und mein Wissen als Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation, Wirtschaftsmediatorin, Reklamations- und Beschwerdemanagerin, teile ich mit Ihnen in meinem Blog oder gerne live in Workshops und Vorträgen.

 

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