Blogserie Gewaltfreie Kommunikation fürs Büro (1): Beobachtung/Wahrnehmung - Gedanken/Bewertungen

Mit dem Begriff Gewaltfreie Kommunikation tun sich viel schwer. Du auch?

 

„Bei der Gewaltfreien Kommunikation geht es um Worte.
Bei der Gewaltfreien Kommunikation geht es nicht um Worte.
Es geht um die Haltung.“

So hat es Marshall Rosenberg, der Begründer der GFK formuliert. Mit dieser Blogserie möchte ich dich unterstützen, dein persönliches GFK Bewusstsein zu entwickeln und diese Form der verbindenden Kommunikation in deinen Arbeitsalltag einfließen zu lassen. Damit möchte ich einen Beitrag leisten, dass der Begriff der GFK als das wahrgenommen wird, wofür er steht. Für eine verbindende Kommunikationsform auch in emotional herausfordernden Situationen.

In meinem ersten Beitrag dieser Serie geht es heute um die Schlüsselunterscheidung:

Beobachtung/Wahrnehmung – Gedanken/Bewertungen

„Sie machen das doch immer falsch. Ich habe Ihnen schon hundertmal gesagt, wie es richtig geht.“, „Nie können Sie pünktlich sein!“, „Das ist ja wieder typisch für mich, hätte ich doch besser gleich die Finger davon gelassen...“

 

Gedanken/Bewertungen

Diese Aussagen sind Bewertungen und drücken unsere Gedanken aus, die wir über uns selbst oder andere Personen haben. Mit Gedanken vermischte Beobachtungen verhindern den Kontakt mit den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen. Wir bleiben im Kopf und bewerten die Situation. Moralisch. Es findet dadurch eine Einteilung in gut/böse, richtig/falsch, besser/schlechter statt.

Beobachtung/Wahrnehmung

Bei einer Beobachtung, fokussiere ich mich darauf, was ich mit meinen Sinnen wahrnehme. Was rieche, schmecke, höre oder fühle ich? Durch eine Beobachtung gelingt es leichter, mich mit meinen Gefühlen und Bedürfnissen in Verbindung zu setzen.

Übung: Wertfreie Beschreibung

Wertfreie Beschreibung: (entnommen aus dem großen Praxisbuch zum wertschätzenden Miteinander – 101 Übungen zur Inspiration Ihrer Seminare und Gruppen auf Basis der Gewaltfreien Kommunikation)

Betrachte eine Situation wie durch ein Kameraobjektiv.

Schau zum Beispiel aus dem Fenster. Was siehst du? Ich schaue gerade auf eine herbstliche Landschaft. Die Bäume werden von der Sonne angestrahlt und das Laub beginnt sich zu verfärben. Blätter segeln durch die Luft. Eine Frau fährt auf einem Fahrrad vorbei und hat ein leichtes Lächeln auf dem Gesicht. Ich sehe auch einige Autos. Einige sind geparkt und andere fahren vorbei. Manche fahren ganz langsam.

Übertrage diese Übung auf deinen Arbeitsalltag

Gibt es eine Situation, an der du dich reibst, die dich herausfordert, in der du dich ärgerst? Betrachte diese ebenfalls wie durch ein Objektiv. Was beobachtest du? Gibt es Zahlen, Daten und Fakten zur Situation, die du benennen kannst? Sind andere Personen an dieser Situation beteiligt? Wenn ja, was genau hörst du von ihnen? Was tun oder sagen sie?

Diese Übung unterstützt dich dabei, moralische Bewertungen, die du möglicherweise über eine Person oder Situation hast von einer Beobachtung zu trennen.

 

Beobachten am Anfang im Stillen nur für dich und lerne mit der Zeit den Unterschied zwischen Beobachtung und Bewertung wahrzunehmen.

Bildquellen: Pixabay, Birgit Schulze und Yo Rühmer

Wie geht es dir mit dieser Übung? Fiel sie dir leicht oder schwer? Schreib es mir und meinen Lesern in einem Kommentar.

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